Mittwoch, 15. November 2017

Bluse MaCalla aus Chambray

Mein erster Angstgegner die Hemdbluse MaCalla darf in die zweite Runde... So wirklich schlimm war es ja gar nicht. Nicht mal der der dünne Viskosestoff hatte damals Zicken gemacht. Und ich war ganz verzaubert, dass ich so etwas selbst nähen konnte.

Daher habe ich mich nun eeendlich ganz entschlossen und direkt erfreut an die Neuauflage der MaCalla gewagt. Aus Chambray sollte sie entstehen und diesen fand ich bei Mira in Rostock. Solch einen Stoff muss man einfach persönlich anschauen und aussuchen. Das geht nicht online. An sich hatte ich tatsächlich zu einem einfachen Grau tendiert und nun ist ein Jeansblau mit Pünktchen und etwas Struktur dabei heraus gekommen.


Die Anleitung von kibadoo finde ich ja nach wie vor nicht wirklich für Anfänger geeignet. Ich saß so manches Mal wieder davor und habe überlegt, wohin die Naht nun gehört und wie weit nach oben ich den Übertritt und den Untertriff auf dem Vorderteil anlege. Die Passzeichen für das Aufschneiden des Oberteils für die Knopfleiste passten auch nicht zu den Schnitt-Teilen mit den dortigen Passzeichen. Die Verstärkung von Über- und Untertritt stand zwar in der Teileliste, aber wurde nicht in der Anleitung erwähnt. Ich habe hier aber auch wieder mit H180 verstärkt. Auch die Armriegel wurden in den Spitzen und an den Enden von mir verstärkt. In Summe fehlten mir detaillierte Fotos bzw. Nahaufnahmen. Ein geübter Näher wird damit sicherlich besser klarkommen.


Alle Schnitt-Teile habe ich mit der Overlock schmal versäubert und sie dann mit der Nähmaschine zusammen genäht. Macht zwar mehr Arbeit, sieht aber im Endergebnis einfach besser aus, finde ich.

Die Abnäher habe ich per Durchschlagen mit Heftfaden auf die Schnittteile übertragen. Das hat mir besser gefallen, als die Methode mit Stecknadeln. (Weitere Infos findet Ihr z.B. hier.)



Eine sehr übersichtliche Anleitung, Steg und Kragen zu nähen, findet man übrigens hier (allerdings auf Englisch, aber gute Bilder sagen mehr als viele Worte). Genäht habe ich natürlich nach Anleitung, aber zusätzliches Wissen kann ja nie schaden. Und so ganz perfekt wie in meinen Vorstellungen ist es auch diesmal nicht geworden. Dem tollen Stoff sein Dank, sieht man das aber gar nicht so deutlich ;o))



Die Knopf-Frage habe ich mir bei dieser Bluse ziemlich schnell beantwortet (jaa, die andere MaCalla hat immernoch keine Knöpfe...). Ich wollte hier anthrazitfarbene Knöpfe - die dann dunkelblau geworden sind -  und rote Knopflöcher! Mein Mann war übrigens auch sehr für rote Knopflöcher! ;o) Und auch an dieser Stelle nochmal: Ich liebe, liebe, liebe die Knopflochautomatik meiner Nähmaschine!!! Warum ich da bloß so Bammel vor hatte?


Im örtlichen Stoffladen habe ich in einem spontanen Feierabend-Sprint 6 Knöpfe ausgesucht, aber 7 bekommen, weil sie den Muster-Knopf außen auf der Dose einzeln auch nicht mehr behalten wollten. Super! Ersatzknopf! Dafür habe ich mir ein kleines Stoffquadrat innen in die Nahtzugabe der Bluse gesteppt und darauf den Ersatzknopf befestigt.


Es ist bereits eine weiße MaCalla geplant. Fürs Büro und so. Aber nicht vor Mitte 2018 ;o))


Schnitt: Hemdbluse MaCalla von Kibadoo, genäht in Größe 40
Stoff: Chambray Pin dots in Denim von Mira-kleine-Naht-ganz-groß (leider nicht mehr online erhältlich)

Und weil eine Bluse nähen wirklich viel Handwerk ist, schicke ich diese, MEINE Bluse zum Me Made Mittwoch und bin gespannt, was ich dort noch so sehe!

Sonntag, 12. November 2017

Softshell-Hose für Schlecht-Wetter-Tage

Matschehosen sind ja sowas von OUT! Zumindest bei meinen Kindern seit geraumer Zeit. Gut, im Sommer war das kein Problem, aber jetzt wird es schwierig. Die Kiddies sollen doch nicht nach dem Pausensport mit nass-feuchten Hosen in der Schule sitzen müssen oder gar beim Warten an der Bushaltestelle frieren. Daher bin ich mein Wunsch-Projekt angegangen, den beiden eine Hose aus Softshell zu nähen.

Den Hosen-Schnitt Flitze & Piep von Jojolino habe ich ja für die Passform schon genäht und am Herrn Sohn getestet. Jetzt war der Softshell-Stoff fällig! Hier habe ich  beim Nähen mit der Nähmaschine die Stichlänge auf 3 gestellt und eine ganz neue Microtex-Nadel benutzt. An der Ovi habe ich versucht, die Einstellungen anzupassen, habe aber leider noch keine optimalen Einstellungen finden können. Der linke Nähfaden verlief an einigen Stellen nicht durchgehend, es wurden Stiche ausgelassen. Allerdings habe ich auch nichts am Differential geändert, da gibt es also in Zukunft Verbesserungsbedarf. Die paar problematischen Stellen habe ich dann mit der Nähmaschine ausgebessert. Evtl. macht es sich auch einfach besser, vorab nur die Kanten einzeln zu versäubern und dann beide Schichten mit der Nähmaschine zusammen zu nähen. Bericht folgt...

Hier also Flitze & Piep aus Softshell, vom Herrn Sohn persönlich im Urlaub ausgesucht. Im oberen Bündchen habe ich ein 4 cm breites Gummiband vor dem Anbringen des Bündchens an die Hose eingelegt. Die Länge für das Gummiband habe ich direkt am Kind ausgemessen. Das nächste Mal nähe ich erst das Bündchen dran und ziehe dann das Gummi durch. Das erscheint mir einfacher. Mein Bündchen war in diesem Fall übrigens 10 cm im Zuschnitt hoch.


Unten habe ich den Saum 3,5 cm nach innen umgelegt und bis auf eine kleine Öffnung festgenäht. Dann habe ich ein Gummiband - diesmal schmaleres - eingezogen und die Öffnung ebenfalls zugenäht. Zur Abstandswahrung hat mir hier mein Kantenlineal gute Dienste erwiesen. Es sei noch erwähnt, dass ich die Saumkante vorab mit der Ovi (hier fehlerfrei) abgefahren habe. Das sieht innen einfach besser aus und verleiht aus meiner Sicht der Kante etwas mehr Stabilität beim Feststeppen.

 
Die Passform ist einfach nur toll. Herr Sohn kann ungehindert, mit Riesenschritten und auch hüpfend, durch die Natur pirschen ohne dass was zwickt oder rutscht.


Bei der nächsten Hose fürs Töchterlein wird dann auch gleich ein Aufhängeband eingenäht, das habe ich hier leider nicht berücksichtigt. Ebenso werde ich eine Reflektorpaspel verwenden, das habe ich hier leider auch vergessen. Man muss sich ja noch verbessern können ;o)


Schnitt: Flitze & Piep von Jojolino, genäht in Gr. 128
Stoff: zwei Sorten Softshell aus dem Stof-Sycenter, Videbaek, DK

Verlinkt bei Made4Boys und Kiddikram / LunaJu.

Dienstag, 7. November 2017

Grün-gestreifter Herbst-Hoodie aus Schnitt-Mix

Ich hab es schon wieder getan! Ich habe ge-Schnitt-mixed! Naja, eigentlich war ich ein bisschen zu geizig, einen neuen Schnitt zu kaufen. Ich hab ja welche, aber eben nicht DEN richtigen. Mein vorhandener Hoodie-Schnitt war mit Raglan-Ärmeln. Diese wollte das Töchterlein aber nicht an ihrem auserwählten Hoodie haben. Verguckt hatten wir uns beide in den Honeycomb Stripes Hoodie von Anjas Tochter bei JOMA-style. So ein Teilchen sollte auch auf unserer Wäscheleine hängen.

 

So habe ich wieder einen lehrreichen, wenn auch ebenso zeitaufwändigen Weg eingeschlagen, um meine vorhandenen Schnitte zu kombinieren. Grundlage war nun das Longsleeve von Lillesol & Pelle (ohne Raglan-Ärmel), das ich im Frühsommer bereits fürs Tochterkind erprobt hatte. Dann hatte ich ja noch den Raglan-Schnitt vom Himmlischen Vince (schon 3x genäht und für tauglich befunden). Der Vince war breiter als das Longsleeve, also den Longsleeve-Schnitt 2 cm vom Bruch entfernt aufgelegt und zugeschnitten. Das Halsloch habe ich in mehreren Durchläufen auf Wunschgröße zugeschnitten (und mich nicht an den Ausschnitt beim Longsleeve gehalten).

 

Eine Kapuze sollte auch dran. Musste! Unbedingt!!! Die Enden der Kapuze sollten sich bis zur jeweiligen Schulternaht überlappen. Ein kleiner Lehrgang bei schneidern-nähen brachte mich auf den richtigen Weg und so konnte ich die Kapuze vom Vince an meinen neuen Ausschnitt anpassen. Wie bei Anja habe ich die Außenkapuze zur Ausschnittkante verlängert (3 cm) und die Innenkapuze verkürzt. Dabei hatte ich irgendwo einen Denkfehler und daher reichen die Kapuzenenden jetzt doch nicht bis zur jeweiligen Schulternaht. Aber das ist ja kein wirkliches Problem.


Die versteckte Bauchtasche habe ich mir bei einem noch nicht genähten Herrenschnitt abgeschaut (psst! wer es genau wissen will: vom Sein VANCO vom Meine Herzenswelt). Das hat sehr gut zu dem Wunsch gepasst, die Seitenlinie mit einem schwarzen Streifen abzusetzen. Meine Tochter weiß auch schon genau, was sie will... Sie hätte die Bauchtasche auch aufgesetzt genommen, aber das wollte ich dem schönen Stoff einfach nicht antun. Da passte der Wunsch mit dem Seitenstreifen doch perfekt. Für die Teilung des Schnittmusters habe ich  einen Bogen je auf Vorder- und Rücktenteil eingezeichnet. Im Rücken verläuft der Bogen fast gerade, vorn ist er mehr gerundet, nach unten aber parallel zur Außenkante. Leider hatte ich nur schwarzen Jersey und keinen schwarzen Sweat auf Lager, dann hätte der Einsatz mehr Stand, aber es wird auch so gehen, hoffe ich.

 

Das Ösen-Eingeschlage war ja wieder voll das Abenteuer. Ich schwitze da immer Blut und Wasser. Natürlich habe ich mir - gerade als ich dachte, alles sei perfekt - ein Löchli in den Kapuzenstoff gehauen. Das musste ich jetzt mit goldener Flexfolie kaschieren. Naja, passt ja zum Stoffdesign.


Schnitte: Longsleeve von Lillesol & Pelle, Himmlischer Vince von Himmelblau, Hoodie Sein VANCO von Meine Herzenswelt
Stoff: Sommersweat Honeycomb Stripes in Grün von Apfelschick, schwarzer Jersey

Verlinkt bei Creadienstag, Handmade on Tuesday und Made4Girls.

Mittwoch, 1. November 2017

Mit Frau Fannie maritim in den Herbst

Gewisse Basics für den Alltag muss man haben. Klar. Versteht sich. Frau Fannie gehörte jetzt irgendwie mit dazu. Lange hab ich sie angehimmelt. Jetzt musste sie genäht werden. Den passenden Sweat hab ich mir schon aus meinem Sommerurlaub mitgebracht und für eine weitere Frau Fannie liegt ebenfalls schon ein schönes Stöffchen bereit.


Ich fand es ja sehr ungewöhnlich, dass die Tascheneingriffe und Nahtzugaben nicht abgesteppt werden sollten. Das gibt diesem Schnitt wohl auch den typischen Charakter. Meine erste Frau Fannie sollte unbedingt genauso werden, wie das Titelbild auf dem eBook. Uni Dunkelblau und damit sehr basic.


Genäht habe ich die Größe L. Am Rocksaum habe ich 4 cm dazu gepackt. An den Ärmeln noch 2 cm. Das sind größenbedingte Anpassungen, die ich meist vornehmen muss. In der Taille habe ich noch zusätzlich 1 cm je Seite weggenommen und in der hinteren Mitte des Oberteils ebenfalls 1 cm, um die Wölbung des leichten Hohlkreuzes auszugleichen. 




Da ich darin wenig bis gar keine Erfahrungen habe, wie man die seitliche Anpassung auf die andere Seite symmetrisch überträgt, habe ich beide Seiten zusammen genommen und fixiert. Von der schon abgenähten Seite habe ich Stecknadeln entlang der neuen Naht durch den Stoff gesteckt, dann auf der anderen Seite mit Schneiderkreide an den Stecknadeln den Schwung der Naht nachgezeichnet. Dann konnte ich auch die andere Seite symmetrisch abnähen. Für professionellere Tipps bin ich sehr dankbar ;o)


Superschön finde ich. Mit ganz viel Tuch (wie hier im Foto), Schal und bunter Strumpfhose kombinierbar. An einen Cardigan o.ä. mag ich gar nicht denken. Dieses ist mein erstes Sweatkleid und ich fasse es nicht, wie warm man sich darin fühlen kann. Dabei frage ich mich: WIESO ERST JETZT?! Naja, hauptsache irgendwann als nie oder? Bei aktueller Witterung wird Frau Fannie seeehr regelmäßig ausgeführt ;o)


Schnitt: Frau Fannie von fritzi / Schnittreif
Stoff: dunkelblauer Kuschel-Sweat aus dem Stof-Sycenter, Videbaek, DK


Verlinkt bei Me Made Mittwoch.

Samstag, 28. Oktober 2017

Upcycling-Kinderhose nach Flitze & Piep von Jojolino

Der erste Ansatz, diese Hose zu nähen, war die Erschaffung einer praktischen, wettertauglichen Softshell-Hose. Mittlerweile sind die Kinder ja in einem Alter, wo die regulären Matschhosen aus Kita-Tagen total out sind. Aber in einem anderen Post mehr dazu...

Ich hatte mir den Schnitt Flitze & Piep von Jojolino ausgewählt, weil der so einen schönen Einsatz hatte. Das fand ich toll, weil nicht alltäglich. Und nun wollte ich vor dem Anschneiden des schönen Softshells den Schnitt auf Passform-Tauglichkeit testen. Was liegt da näher, als eine (in diesem Fall zwei) alte Hose(n) zu recyclen?



Der förstergrüne Stoff war mal eine weite Twill-Hose und der braune Einsatz eine weiche Kord-Hose. Mein Sohn trägt aktuell die Größe 122, ich habe nun 128 zugeschnitten und am Beinsaum 2,5 cm zugegeben. So ganz, ganz knapp hat der Schnitt für das hintere Hosenteil noch aufs Bein gepasst. An der einen Seite sieht man leider noch einen Teil der alten Naht, aber das stört nicht, habe ich beschlossen.


Zum Einsetzen des Kord-Stoffs habe ich vorab an den Schnittteilen die Bruchstellen oben und unten mit einem Knips markiert und dann alles festgesteckt. Passzeichen gab es dafür keine, es geht auch ohne.


Für den Hosenbund habe ich den Bund der Kord-Hose recycled. Pi-mal-Daumen mit 0,7 cm Nahtzugabe von der alten Hose abgetrennt und dann hinten mittig an der neuen Hose angesetzt, anschließend mit einem Heftstich an der Hose rund herum angenäht. Ein wenig hatte ich überlegt, die Knopfleiste komplett dran zu lassen, aber ich hätte dann einen größeren Aufwand gehabt, ein Gummiband einzuziehen. Also Schnittstelle am vorderen Bruch markiert, links auf dem einen und rechts auf dem anderen Teil 1 cm Nahtzugabe angezeichnet und die Schere angesetzt. Die Bundnaht musste noch ein wenig erweitert - also aufgetrennt werden, um den Bund wieder zu einem Stück rechts- auf rechts zusammen zu nähen. Dann habe ich das ausgemessene Gummiband eingezogen und selbiges zusammen genäht. Nach dem Schließen der (alten) Bundnähte habe ich alles mit der Overlock endgültig an die Hose genäht. Zum Schluss musste noch ein Knöpple vorn zur Zierde drauf.

Zeig her den Knopp! ;o)

Den Hosensaum habe ich einfach mal doppelt nach außen umgeschlagen und nur in den Seitennähten mit einem Geradstich fixiert (jaja, ich weiß, ein Garant für reichhaltigen Sand-Transport). So kann ich später etwas an Länge noch auslassen und mir immernoch überlegen, den Umschlag nach innen zu verlegen. Ursprünglich wollte ich total gern außen liegende Belege für die Säume nähen, aber der Kord-Stoff war wirklich leider sowas von aufgebraucht...


Schnitt: Flitze & Piep von Jojolino, genäht in Gr. 128
Stoff: zwei alte Hosen von Mama ;o)


Verlinkt bei Made4Boys und Kiddikram / LunaJu sowie bei der Upcycling-Linkparty von facile et beau - Gusta.

Sonntag, 22. Oktober 2017

Tunika Valessia aus Webware

Endlich geschafft! Es ist gerade mal erst sechs Monate her, da hab ich meiner lieben Verwandten eine Bluse für ihr Töchterlein aufgeschwatzt. Und ZACK!, nur sechs Monate später ist sie auch schon fertig. ;o)) Jaja, so ist das immer mit den Traumzielen...

Aber ich freue mich über diese Webwaren-Valessia mindestens genauso wie über die aus Jersey, die mein Töchterlein glücklicherweise immernoch trägt. Sie wachsen ja wie Unkraut, die Kleinen...


Zum Thema: die Webwaren-Variante der Tunika Valessia basiert auf einem anderen Schnitt, als die Jersey-Valessia. Beides ist aber im eBook enthalten. Genäht wird erwartungsgemäß auch anders und da hatte ich so meine Problemchen mit dem Verständnis. Bei den Bändern zum Schnüren fing es an, bei der Schulternaht ging es weiter... Mein Dampfbügeleisen war diesmal mein liebster Freund.


Abgesetzt habe ich mit einem rosafarbenen Volant aus Batist (knittert leider ganz schrecklich) und diesen habe ich mit einer 4 cm breiten Baumwoll-Zierspitze von Namijda abgeschlossen.


Für die lange Armversion habe ich einfach den 7/8-Ärmel auf die gewünschte Länge verlängert, denn im Schnitt ist nur die Version für kurze Puffärmel und für 7/8-Ärmel enthalten. Das stellt aber kein Problem dar.

Weil ich nochmal etwas Farbkontrast herstellen wollte, habe ich die Ärmelenden mit außen liegenden Belegen aus dem rosafarbenen Batist versäubert. Den Batist habe ich vorher mit Vliesline H180 verstärkt.


Auch der letzte Rest rosafarbene Häkelspitze fand so seine ruhmreiche Verwendung. Da ich leider das vordere Rockteil um 90° gedreht zugeschnitten hatte, musste ich vor - oh Wunder - gar nicht einrüschen. Es passte wunderbar. Die Seitenlängen waren dann aber so komisch lang? Warum nur? Da musste ich links und rechts noch einen Keil für die Weite einsetzen, alles kürzen und anpassen. Dann sah das doch irgendwie nicht so passig aus, vorne alles glatt, hinten gerüscht. Also habe ich im Nachgang noch ein Framilon-Band unter Zug unter der Überdeckung der Häkelspitze festgenäht. 


Der hintere Schlitz gefiel auch so rein gar nicht. Der Stoff klaffte viel zu weit auseinander. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass ich von innen beidseitig eine (andere) Wäschespitze als Sichtschutz festnähe. Das habe ich per Hand gemacht, denn die Naht sollte von außen nicht sichtbar sein. Ist gelungen, würde ich meinen. Das nächste Mal dann gleich anders.

Schlitz vor der Anpassung

Schlitz mit unsichtbar vernähter Spitze

So ist die Tunika festlich, aber ebenso auch alltagstauglich. Entzückend, aber nicht zu sehr. (oder doch?)

Hach ja, ein paar Valessias müssen noch entstehen, bevor die Tochterkinder den Schnittgrößen entwachsen sind. Mein Tochterkind war jedenfalls so lieb, mir einmal wieder Modell zu stehen ;o)



Schnitt: Valessia von Schnittgeflüster
Stoff: Baumwolle grau-rosa gepunktet (Lagerware) und rosa Batist aus dem örtlichen Stoffladen, Wäschespitze in Weiß von Namijda, Framilonband und Häkelspitze aus dem Bestand


Verlinkt bei Made4Girls und KiddiKram/Lunaju.

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Frau Marlene wird Farnkleid

Es ist ja schon ein bisschen her, dass mich der Weihnachtsmann mit einen tollen Stoff-Gutschein bedacht hat. Perfekt zum Ausprobieren ohne Zögern, dachte ich. Nunja, der Stoffkauf ging schnell, die Umsetzung hat sich nun doch ein paar wenige Monate hinaus gezögert.

Direkt vor Weihnachten (letztes Jahr!) bin ich bei Janines hinreißendem Blog jafi.at auf ein Kleid aufmerksam geworden. Genäht aus Lillestoff Farn, einem für mich ganz wundervollen Design, das mein stoffsüchtiges Herz gleich höher schlagen ließ. Ja, so ein Kleid wollte ich mir auch nähen. Aber ich wollte mir etwas ganz Eigenes daraus bauen.



Die Frau Marlene von Schnittreif hatte ich mir schon etwas früher auf meine ToDo-Liste gesetzt und auch schon käuflich erworben. Dank des raffinierten Ausschnittes sollte DAS mein Kleid-Oberteil werden. Den superschönen Ausschnitt mit den Einsätzen habe ich auch gleich anders genäht, denn ich habe die senffarbenen Streifen für den Ausschnitt vom Schnittmuster abgetrennt und doppelt (also gespiegelt) für vorn und hinten zugeschnitten. Den Einsatz habe ich um 1,5 cm in der Länge vergrößert (habe gottseidank in Geometrie gut aufgepasst). Dann konnte ich den Einsatz schön zwischen diese beiden Stofflagen einfassen.





Doch das, was mich dann doch ein Weilchen bei der Umsetzung aufhielt, war dann der Wunsch, Abnäher zu integrieren. Bisher hatte ich  zum damaligen Zeitpunkt nur einmal Abnäher in einem Schnittmuster gehabt und umgesetzt. Und aus meiner Sicht auch nicht wirklich erfolgreich. Also habe ich im Sommer eine FBA am Schnittmuster der Frau Luise erfolgreich umgesetzt und mir diese Thematik dann auch nach Sommerende wieder auf den Tisch geholt. Dieses Mal wollte ich vertikale Abnäher, also eigentlich so halbe Taillen-Abnäher integrieren. Auf dem Youtube-Kanal von Anna von einfach nähen, habe ich mir das praktisch einmal angeschaut und dann einfach angefangen. War gar nicht so schwer.


Meine Abnäher-Markierungen

Dadurch, dass sich Oberteil und Rückenteil wirklich dolle ähnlich sehen, hab ich die Abnäher (je 3 cm) erst einmal ins Rückenteil eingebaut. Sagen wir mal so, mein Erstaunen war nicht gering. Also alles nochmal für die Vorderseite und hinten so gelassen, um den Rücken gleich körpernah anzupassen.



Das Taillenband habe ich der unteren Rundung vom Schnittmuster Frau Marlenes folgend in Taillenhöhe eingezeichnet und mir dann auch aus dem senffarbenen Sweat ausgeschnitten (mit Nahtzugaben versteht sich). Aber ich konnte eine Konfektionsgröße hier jetzt durch die Abnäher kleiner zuschneiden.



Für das Rockteil habe ich das untere Ende von Frau Marlene genommen und mir das Rockteil vom Sommerimmerkleid Anni entsprechend angelegt und unten den Saum passend zu meiner Körpergröße etwas verlängert. Es fügte sich alles wunderbar. Wichtig war mir ja, dass der Kleidersaum recht waagerecht verläuft, denn der Print des Jersey ließ keine großartigen Abweichungen zu ohne dabei komisch auszusehen.

Um dem Ganzen noch das Krönchen aufzusetzen, wollte ich mich an Flatlocknähten versuchen. Inspiriert hat mich dabei wieder Janine, zum Beispiel mit diesem Blog-Beitrag. Leider gab es in der Anleitung meiner Ovi kein Hinweis auf Flatlocknähte, also wieder das Internet befragt und mich bei Janine eingelesen. Ein paar Probestücke und eifrige Notizen später und ich hatte meine Ovi da, wo ich wollte. Die Ärmelsäume sind also ge-flatlocked ;o) Weil erstmaliger Versuch und so, hier nur in stoffgleicher Farbe. 



Für den Rocksaum habe ich eine Belegverarbeitung umgesetzt. Auch hier habe ich mich inspirieren lassen, nämlich bei Anjas Blog JOMA-Style. Ich liebe das ja! Andere zu inspirieren und das eigene Wissen zu teilen! Einfach nur schön. Wie auch mein Saum, der dann auch gleich zum Abschluss ge-flatlocked wurde.



Mit dem Tochterkind konnte ich nun bei bestem Sonnenschein (wo war der eigentlich im Sommer?!?) im Wald ein paar Fotos vom Marlene-Anni-Farnkleid machen. Mein liebstes Herbstkleid ab heute, denn da ist so viel Arbeit und Gedankengut hinein geflossen, wie in noch kein anderes Kleidungsstück. Was lange währt...



Schnitt: Frau Marlene von Schnittreif (mit Anpassungen), Sommerimmerkleid Anni von Prachtkinder (nur Rockteil)
Stoff: Farn von enemenemeins / Lillestoff, Farn-Kombi von enemenemeins / Lillestoff und senffarbener Sommersweat auch von Lillestoff, gekauft im örtlichen Stoffladen, sponsored by WeihnachtsMANN ;o)



Verlinkt bei Me Made Mittwoch und Lille-Lieblinks.