Dienstag, 25. April 2017

Kerzen einfach selber machen

Ja, Kerzen kann man ganz simpel selbst machen. Weil wir dieser Leidenschaft nur einmal im Jahr im Sommerurlaub in Dänemark frönen können, musste ich mir was überlegen, damit wir diesen Spaß auch zu Hause haben. Damit andere das auch einmal ausprobieren können, habe ich beim letzten Kerzen gießen vor Ostern einmal ein bisschen mit fotografiert und Ihr findet hier ein Tutorial, um es evtl. mit den eigenen Kindern nachzumachen.


Ihr braucht dazu:
- Kerzenreste, frei von Dochtresten und Verunreinigungen (wie Dekorfolie oder Rußreste)
- Kerzendocht (z.B. von hier)
- evtl. Wachsfärbegranulat (z.B. von hier)
- Toilettenpapierrollen
- Zahnstocher oder Rouladennadeln
- Pappreste (z.B. Verpackung von Schokoladentafeln, Schokoküssen...)
- Tesa-Krepp / Maler-Krepp
- Konservendosen (leer und ausgewaschen, ohne scharfe Kanten!)
- Kochtöpfe
- alte Frühstücksbrettchen
- alte Küchenmesser mit abgekniffener Spitze
- flache Schüsseln (z.b. für Nachspeisen)

Vorbereitungen
Die Wachsreste werden farbsortiert in den Konservendosen im Wasserbad erwärmt. Die Kochstellen nicht auf Vollprogramm laufen lassen, sondern bitte nur etwas über Mittelwert stellen. In die flachen Schüsseln ca. 3 - 5 mm hoch das verflüssigte Wachs eingießen und erkalten lassen. Dann herauslösen. Daraus werden dann mit den stumpfen Küchenmessern kleine, ca 1 - 2 cm große Brocken auf den Küchenbrettchen "abgeschnitzt".


Dann können die Gießformen erstellt werden. Dazu Pappreste in passend große Vierecke als Fundament für die Toilettenpapierrollen zuschneiden. Mittig ein Loch durchpieken, z.B. mit einem Schaschlikspieß.


In der passenden Länge der Toilettenpapierrollen zzgl. Zugaben für Knoten und unteren Überstand Dochte zurecht schneiden. An einem Ende einen einfachen Knoten machen und einen Zahnstocher durchstecken.

 

Die Toilettenpapierrolle oben mit einem Messer einmal mittig über beide Seiten einritzen, dann hält der Zahnstocher später besser. Zahnstocher auflegen und den Docht durch das Loch im Pappstück stecken. 


Alles gut festhalten, auf leichte Spannung bringen (darauf achten, dass der Docht mittig bleibt), umlegen und mit vorgeschnittenem Malerkrepp festkleben.



Form fertig! So schaut's aus:


Wachs weiter oder erneut erwärmen. Ich färbe gern mit Färbeplättchen nach bzw. mixe die Grundfarben in das gewünschte Farbschema.




Meine Kinder beginnen an dieser Stelle meist mit dem Zerteilen der vorgefertigten Wachsplatten. Und auch wenn die Messer nicht mehr spitz sind, so bleiben die Kinder bei dieser Arbeit besser nicht unbeaufsichtigt.


Die Gießform wird gefüllt. Der Docht muss mittig bleiben. Es darf nicht gestopft werden, nur lose eingefüllt.



Dann kann eine der Dosen aus dem Wasserbad geholt und das Wachs ganz langsam eingefüllt werden. Die Dosen sollten nur so warm sein, dass sie gefahrlos an der oberen Kante mit den bloßen Händen angefasst werden können. Hier zeigt sich auch, dass zu heißes / zu flüssiges Wachs, gern unten aus der Form läuft. Dann gleich mit dem Gießen aufhören und das Wachs in der Dose etwas neben dem Herd abkühlen lassen. Das gegossene Wachs verschließt auch die möglichen "Ausgänge". Dann weiter gießen und auch gern die Farben abwechseln. Lässt man das Wachs in der Rolle mehr auskühlen, gelingen schärfere Farbabgrenzungen.



Form bis ganz knapp unter den Rand ausgießen. Etwas mehr noch als auf dem nächsten Bild. Formen vorsichtig kühl stellen, z.B. am geöffneten/gekippten Fenster.


Später beim Auskühlen die womöglich entstandenen Kuhlen neu aufgießen, damit die Kerze später nicht wackelt.

Fühlt sich die Rolle knapp handwarm an, kann sie abgeschält werden. Dafür zuerst das Klebeband und das Pappstück entfernen. Den Zahnstocher ziehen und bestenfalls mit einem Messer die Toilettenpapierrolle an der Stelle anschneiden, wo die Pappwicklung aufhört. Das geht einfach am besten. Dann der Wicklung folgend die Kerze "auspacken" und freuen. Die Dochte kürzen. Unten ganz ab und oben (vormals unten) mindestens 2 cm stehen lassen.




Sind die Kerzen doch ein wenig schief geworden, können sie in warmem Zustand wie eine Teigrolle vorsichtig gerade gerollt werden. Ggf. unten etwas Wachs an der entsprechend erhöhten Stelle abraspeln.

Nur mal so, die Kerze ganz links auf dem Bild ist missglückt. Da war mein Wachs zum Gießen nicht mehr warm genug und konnte sich nicht in alle Zwischenräume verteilen. Diese Kerze habe ich gleich wieder recycled.



Was auch total gut geht und ich tatsächlich hier zum ersten Mal versucht habe, ist Kerzen mit Stehdocht in Gläser zu gießen. Schaut toll aus oder? Und man spart Zeit und das Gewurschtel mit den Toilettenpapierrollen. Aber das macht den Kindern am meisten Spaß und hat noch diesen handwerklichen Charakter. Natürlich gibt es unterschiedlichste Kerzengießformen auch fertig zu kaufen. Aber Platz für Lagerung ist ja meist begrenzt. So, vielleicht hat der eine oder andere Leser ein wenig Lust bekommen und versucht es nun selbst?



Übrig gebliebenes flüssiges Wachs gieße ich am Ende dann schon mal wieder in die flachen Schüsseln, um jetzt schon neue Wachsplatten für die nächste Aktion zu erstellen. Meine Wachsdosen lagere ineinander gestapelt in einer gesonderten Pappkiste zusammen mit den Brettchen, Messern und Wachsfärbeplättchen sowie den Dochten. So habe ich alles bei der nächsten Kerzengießerei griffbereit.

Verlinkt bei creadienstag und handmadeontuesday.

Sonntag, 23. April 2017

Freebook Jogging Rockers mit Freestyle

Heute habe ich mal wieder ein Upcycling-Projekt. Mein Mann hatte eine Jeans aussortiert, weil sie im Schrittbereich mehr Loch als Hose war. Und mein Sohn hat gerade akuten Bedarf an Hosen, weil er in den Himmel schießt. Da kam mir der Zufallsfund des Freebooks Jogging Rockers gerade recht. Den konnte man lt. Angaben auch aus Jeans-Stoff nähen.


Nahtzugaben inklusive - da bin ich immer Fan von. Da sieht man beim Auflegen des Schnittmusters schon gleich, ob der Stoff reicht. Und es war knapp! Bündchen wollte ich keine dranbasteln. Ich habe, obwohl zum Bund hin eine Stoffzugabe erforderlich gewesen wäre, einfach einen Tunnel genäht und 2 cm breites Gummiband eingezogen. Vorher habe ich noch eine Reißverschlussöffnung angedeutet (wie heißt das eigentlich wirklich?). Die fünfte Tasche der 5-Pocket-Jeans hat als Gesäßtasche rechts herhalten dürfen. Ebenfalls ohne Saumzugaben habe ich die mit der Overlock umsäumten Hosenbeine als Tunnel einfach eingeschlagen und festgesteppt. Darin habe ich nochmal ein schmaleres Gummiband eingezogen, damit sich der relativ leichte Jeansstoff noch ein bisschen zusammen zieht.


Da die Kniepartie bereits ein wenig dünn ausfiel, habe ich noch zwei Patches ganz freestyle-artig aufgenäht und mit "yo" und "ho" verziert. Nun springt der Jung von einem Bein aufs andere und ruft dabei auch immer "yo-ho". Passt wohl, dass ich ihn gerade zu einer Probestunde Break Dance und HipHop angemeldet habe, was? ;-)


Ich bin voll zufrieden. Denn ich habe nur etwas mehr als einen Nachmittag gebraucht, die Hose zu nähen. Zeitfresser waren einfach das Aufschneiden der alten Jeans und die Patches. Bei Bedarf bekommt er noch eine in Sweat-Variante oder wenn wieder eine Hose von meinem Mann aussortiert wird.


Schnitt: Freebook Jogging Rockers von MamaHoch2, genäht in größter Größe 122 (ich habe gern einen freiwilligen Beitrag gezahlt)
Stoff: alte Jeans vom Papa


Verlinkt bei Made4BoysKiddikram / LunaJu und Upcycling Jole Schlumpfenkinders Jeans-Upcycling.

Sonntag, 16. April 2017

Frohe OsterHASEn

Ein bisschen Osterkitsch muss wieder sein. Diesmal habe ich die zauberhaften Osterhäschen für mich entdeckt. Naja, für mich ist eigentlich nur die Näharbeit, denn verschenkt habe ich sie alle (genäht habe ich natürlich mehr als die hier gezeigten)!

Das Katzilein war auch gleich beeindruckt und mogelte sich bei den Fotoaufnahmen ins Bild. Ratzifatz genäht sind die Häschen, daher gibt es bei mir volle Punktzahl!

Da sind sie nun und ich wünsche allen Lesern ein frohes Osterfest!











Donnerstag, 13. April 2017

Osterkranz aus Stoff

Da nun wieder Ostern überraschend vor der Tür stand, wollte ich gern noch schnell ein Nähprojekt umsetzen, das ich mir schon länger gewünscht hatte. Letztes Jahr habe ich (auch auf die Schnelle) Osterhasen-Eierwärmer, die auch als Tischkdeko verwendbar sind, aus Filz genäht. Und seit längerem bewundere ich auch die bunten Stoff-Kränze für Tür und Tisch bei Pinterest.

Gearbeitet habe ich den Kranz nach dem schönen Tutorial von LotteJakob. Es ist sehr klar und verständlich und dank der eigenen Phantasie kann man sich die Abschnitte beliebig selbst einteilen.

Den optionalen Aufhänger habe ich gleich mit integriert. Den würde ich dann aber vor endgültiger Oster-Dekoration mit ein paar Heftstichen auf die grüne Unterseite verbannen. (Die würde sich dann sicher auch prächtig als Deko zu Weihnachten machen oder?)

Die Stoffe sind lang gehütete Jolijou-Schätzchen, die ich unbedingt haben musste, aber mich nie getraut hatte, sie zu verarbeiten.

Beim nächsten Mal würde ich allerdings den Innendurchmesser verkleinern und den Kranz somit etwas größer ausfallen lassen.

Wer sich gern ein ebook dazu kaufen möchte, der geht zu Farbenmix.










Bummelig verlinkt bei RUMS.
Ich hoffe, bald auf einen Strauß Tulpen zu treffen, um sie samt Vase in meinen Osternkranz stellen zu können.


Nachtrag...